Purusha & Prakriti (Bewusstsein & Natur)
Purusha & Prakriti (Consciousness & Nature)
Puruṣa / Prakṛti
पुरुष / प्रकृति
Puruṣa und Prakṛti sind die zwei letzten Prinzipien der Sāṃkhya-Philosophie, des metaphysischen Grundes des Yoga.
Puruṣa und Prakṛti sind die zwei letzten Prinzipien der Sāṃkhya-Philosophie, des metaphysischen Grundes des Yoga. Puruṣa ist reines Bewusstsein – der stille, unwandelbare Zeuge. Prakṛti ist die Urnatur – die schöpferische Matrix aller Materie, Energie und alles Geistes, gewoben aus den drei Guṇas. Alles Erscheinende ist ein Spiel der Prakṛti; Puruṣa schaut nur zu.
Leiden entsteht in dieser Sicht, wenn das Bewusstsein sich für die stets wechselnden Formen der Natur hält – wenn der Zeuge vergisst, dass er der Zeuge ist. Befreiung (Kaivalya) dämmert mit Viveka: der klaren Unterscheidung zwischen Puruṣa und Prakṛti, Seher und Gesehenem. Diese Unterscheidung ist das philosophische Rückgrat, auf dem der ganze Yoga ruht. — Sāṃkhya Kārikā.
Die Lehre erhellt die Meditation: das Ruhen als Seher (Puruṣa), während Gedanken und Empfindungen (Prakṛti) sich bewegen und vergehen. Lehrende berufen sich darauf, um die Nicht-Identifikation zu erklären – „du bist nicht deine Gedanken". Sie ordnet die Guṇas, den Körper und den Geist der Natur zu, nicht dem wahren Selbst.
Stellen Sie das Paar als Polarität dar, nicht als Rangordnung von Gut und Böse – Prakṛti ist kein Feind, sondern das Feld, in dem sich Verwirklichung entfaltet. Betonen Sie, dass das Ziel Unterscheidung (Viveka) ist – nicht die Ablehnung der Natur, sondern das Ende ihrer Verwechslung mit dem Selbst.
